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Was möchte der Postillion e.V. erreichen?



Logo aus den Anfangsjahren des Vereins
Gegründet 1985 in Wilhelmsfeld, war der Postillion e.V. bis ins Jahr 1999 ein ausschließlich ehrenamtlich betriebener Verein, der sich mit Jugendarbeit in der Gemeinde Wilhelmsfeld beschäftigte. Am Anfang stand eine Initiative von Jugendlichen, welche die soziale Infrastruktur für Jugendliche im Ort verbessern wollte. Diese Gruppe ging eine Allianz mit Busfahrern der Deutschen Bundespost ein, deren Busdienst (die Kraftpost) durch einen Beschluss der Bundesregierung dem Busdienst der Deutschen Bundesbahn übertragen wurde. Eine lange Tradition im ländlichen Raum ging damit zu Ende. Es war stets erstaunlich, zu beobachten, welche Bindungskraft die gelben Busse auf Busfahrer und Fahrgäste ausübten. Dieser Geist beseelte auch die Gründungszeit, als es darum ging, die Jugendarbeit zu erneuern und das Andenken an eine lange Tradition zu wahren. Diese Kombination stellte sich als äußerst fruchtbar heraus.

Die in den 90er Jahren forcierte Debatte über lebensweltorientierte Konzepte sozialer Arbeit (vgl. Ausführungen bei Thiersch 1999) erreichte auch den Postillion e. V. und führte schon früh zu einer Weiterentwicklung der Arbeit. Im Jahr 1999 stellte der Verein die erste Mitarbeiterin für die offene Jugendarbeit im ländlichen Raum ein. Die Idee des Vereins überzeugte zunehmend mehr Kommunen und Kommunalpolitiker/innen. Diese war denkbar einfach: die gesamte Kinder- und Jugendhilfe in ihrer Ausrichtung bedarfsgerecht, flexibel und regionalisiert weiterzuentwickeln. Des Weiteren mit Engagement Kinder und Jugendliche bei der Entwicklung von Perspektiven zu unterstützen und Bedingungen für ein gelingendes Aufwachsen zu schaffen, wie es im 11. Kinder- und Jugendbericht der Bundesregierung formuliert ist. Die Definition dessen, was als Bedingung für gelingendes Aufwachsen zu gelten hat, muss immer wieder in der Gesellschaft und im Verein diskutiert werden. Aus der Überzeugung heraus, dass soziale Arbeit immer auch politische Arbeit darstellt, hat der Postillion e.V. sehr früh Kommunen in den Verein hinein geholt. Mitgliedschaftlich sind sie, wie viele Mitarbeiter/innen, Eigentümer des Vereins, was gleichzeitig auch die Besonderheit des Vereins und dessen Arbeit darstellt. Die Kommunen sind nicht nur Partner, sondern vielmehr Eigentümer und sollen genauso wie Eltern und Mitarbeiter/innen aktiv an der Gestaltung eines gelingenden Aufwachsens von Kindern und Jugendlichen mitwirken.

Die Kinder- und Jugendhilfe ist ein Wachstumsbereich, da die Gesellschaft zunehmend deren Kompetenz und Leistungen benötigt. Trotz eines Rückgangs der Kinderzahlen oder gerade deswegen empfiehlt der Kommunalverband für Jugend und Soziales in seinem Bericht 'Kinder und Jugendhilfe im demografischen Wandel' nicht weniger, sondern mehr Engagement und mehr Investitionen in Kinder und Familien zu stecken. Hansbauer 1998 hat in seiner Studie dargelegt, dass trotz quantitativ und qualitativ hochwertiger Jugendhilfe diejenigen, denen eine Integration in die Gesellschaft nicht gelingt, häufig regelrechte Hilfekarrieren hinter sich haben, verbunden mit mehreren Beziehungsabbrüchen. Er konnte aufzeigen, dass jeder Pädagoge für sich keine "Kunstfehler" gemacht, sondern durchaus richtig gehandelt hat. Allerdings ist das Aushalten auf der Strecke geblieben, wodurch Kinder und Jugendliche in eine Spirale geraten, die sie hin zu anderen Institutionen und Personen treibt, was dazu führt, dass sie letztlich kapitulieren.

Die Maxime unserer Arbeit, die wir allen Mitarbeiter/innen abverlangen, ist das Anpassen an den individuellen Bedarf und kein Ausschluss eines Kindes, kurzum: die Schaffung aushaltender Bedingungen. Damit dies möglich wird, ist es Aufgabe der Leitungen entsprechende Strukturen zu entwickeln.

Das bedeutet für die Mitarbeiter/innen als zentrales Prinzip: sich dem individuellen Bedarf anzupassen, im Lebensfeld der Adressat/innen angesiedelt zu sein und auf eine möglichst rasche Integration in Regelangebote hinzuarbeiten und somit möglichst kein Kind aus einer Regeleinrichtung hin zu einer Sondereinrichtung zu überführen. Daraus ergibt sich, dass nicht spezialisierte Dienste und Einrichtungen vorgehalten bzw. die Hilfemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in den bestehenden Angeboten gefunden werden müssen, sodass flexible Organisationen entstehen, die in der Lage sind, gemeinsam mit den Familien, Kindern und Jugendlichen Hilfeoptionen und notwendige Unterstützungsleistungen festzustellen und umzusetzen. Mit anderen Worten: Es geht darum, für Kinder und Jugendliche da zu sein, aufmerksam zu sein und die Stimme zu erheben, wo es nötig wird, um gelingende Aufwachsbedingungen für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Hier sind die Verbindung und die Zusammenarbeit mit der Kommunalpolitik von elementarer Bedeutung.

Im Postillion e. V. sind Städte und Gemeinden, Mitarbeiter/innen und Eltern mitgliedschaftlich organisiert. Der Verein versteht sich nicht als Dienstleister für Kommunen oder Eltern, sondern er möchte gemeinsam mit den Akteuren die Kinder- und Jugendhilfelandschaft aktiv gestalten. Dabei sollen sowohl kommunale (fiskalische und infrastrukturelle) Anliegen berücksichtigt werden, als auch professionelle und fachliche Konzepte. Gegenüber den betroffenen Familien, Kindern und Jugendlichen verfolgen wir weniger einen Dienstleistungsanspruch, als vielmehr einen partizipativen Ansatz. Auch Mitarbeiter/innen sollen die langfristigen Ziele und die Ausrichtung des Vereins mitbestimmen und ihre Interessen vertreten können. Daher sind viele Mitarbeiter/innen Mitglied im Verein, was eine offene Diskussions- und Streitkultur zwingend notwendig macht.