www.postillion.org
 
Verein Jugend-
arbeit
Schul-
sozialarbeit
Krippe Kinder-
garten
Natur- und
Waldkinder-
garten
Hort Kernzeit-
betreuung
Randzeit-
betreuung
Ferien-
betreuung
Erziehungs-
hilfe
Stationäre
Erziehungs-
hilfe
Kontakt
Zentrale
Eberbach Eppelheim Heddesheim Hirschberg Hockenheim Ketsch Oftersheim Plankstadt   Anmeldung   Vertretung
   
Rauenberg Reilingen Schriesheim Weinheim Weinheim
(Freudenberg)
Wiesloch Wilhelmsfeld     Integration
  /Inklusion
  Ernährung
 
Startseite

Brühl
Dossenheim
Eberbach
Eppelheim
Heddesheim
Hirschberg
Hirschhorn
Hockenheim
Ketsch
Leimen
Oftersheim
Plankstadt
Rauenberg
Reilingen
Sandhausen
Schönau
Schriesheim
Spechbach
Weinheim
Wiesloch
Wilhelmsfeld

Impressum

Kindertagespflege und Kinderkrippe im Vergleich - eine Information für Eltern

In der Vergangenheit wurde die Kindertagespflege (oder auch Tagesmütter/väter genannt) häufig von Einzelpersonen geleistet, die in ihren eigenen Räumen zusätzlich fremde Kinder mitbetreuen und dafür eine entsprechende finanzielle Entschädigung bekommen. Durch den Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz ist vielerorts mehr in die Kindertagespflege investiert worden, sodass es inzwischen auch Tagespflege in anderen Räumen gibt. Von daher bekommen wir immer wieder Anfragen von Eltern, die den Unterschied zwischen einer Tagespflege und einer Kinderkrippe bzw. einem Kindergarten wissen möchten.

Eine Kinderkrippe ist eine betriebserlaubnispflichtige Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe für die sehr strenge Regelungen gelten. Zuständig für die Aufsicht über diese Einrichtungsform ist der Kommunalverband für Jugend und Soziales, das Landesjugendamt. Er stellt die Regeln auf Basis des Achten Sozialgesetzbuches auf und passt diese immer wieder an. Es handelt sich dabei insbesondere um Themen wie Raumgrößen, Sicherheitsauflagen und Personalbemessung.

Die wesentlichen Unterschiede zwischen Kinderkrippe und Kindertagespflege sind folgende Bereiche:

  1. In einer Kinderkrippe müssen sozialpädagogisch ausgebildete Fachkräfte beschäftigt sein. Bei der Tagespflege ist es möglich, Personal einzusetzen, das keine pädagogische Ausbildung hat. Die Betreuer/innen müssen lediglich einen kurzen Lehrgang besuchen, bei dem ihnen die wichtigsten Dinge der Kinderbetreuung vermittelt werden.
  2. Eine Tagespflegeperson kann grundsätzlich bis zu fünf Kinder alleine betreuen. Der Betreuungsvertrag ist immer personengebunden, das heißt, ein Schichtdienst ist nicht möglich. Daher sind bei einer Tagesbetreuung weniger Betreuungszeiten möglich als in der Kinderkrippe. In einer Krippe gilt ein Mindestpersonalschlüssel. Es müssen immer zwei Fachkräfte anwesend sein, es gilt ansonsten der Schlüssel auf fünf anwesende Kinder eine Fachkraft.
  3. In der Kinderkrippe gibt es kaum tageweise Betreuung, das ist eine Vorgabe des Landesjugendamts. Dies hat qualitative Gründe. Die Kinder sollen sich nicht nur an die pädagogischen Fachkräfte gewöhnen, sondern auch eine stabile Kindergruppe vorfinden, denn auch die Beziehungen zwischen den Kindern sind ein wichtiges Element im Alltag. Bei der tageweisen Betreuung mit zehn Plätzen könnte die Anzahl der Kinder, die an den einzelnen Tagen da sind, sehr stark variieren, sodass die Kinder täglich unterschiedliche Gruppenzusammensetzungen vorfinden. Dies soll bei einer Kinderkrippe möglichst ausgeschlossen werden.
  4. In einer Kinderkrippe arbeiten die Pädagogen immer im Team. Außerdem gibt es Vertretungskräfte, die von außen in die Einrichtung kommen. Sinnvollerweise (so wird es bei uns gehandhabt) reflektieren die KollegInnen des Vertretungsdienstes die Arbeit in der jeweiligen Kinderkrippe mit den KollegInnen vor Ort. Unsere pädagogische Arbeit erhält dadurch von außen zusätzliche Impulse. Das Prinzip der Teamarbeit und der gemeinsamen Reflexion der Arbeit ist eines der Grundprinzipien einer guten Kinderkrippe und ein wesentliches Qualitätsmerkmal.
  5. Bei der Gruppengröße gibt es wenige Unterschiede. In Baden-Württemberg sind bis zu zehn Kinder in der Krippe zugelassen. Bei einer Tagespflege in anderen Räumen sind dies neun, wenn zwei Personen sich einen Raum teilen.
Der Postillion e. V. betreibt lediglich Kinderkrippen. Das Arbeitsfeld der Kindertagespflege bieten wir aus unterschiedlichen Gründen nicht an. Wer für sein Kind (unter drei Jahren) eine Betreuung sucht, sollte die Unterschiede zwischen diesen beiden Formen kennen und sich dann vor Ort informieren. Vieles hängt in beiden Fällen davon ab, wie feinfühlig und entwicklungsangemessen der Umgang der Pädagogen vor Ort mit den Kindern gestaltet wird. Spätestens bei der Eingewöhnung können Eltern dies beobachten, um eine Entscheidung zu treffen, welche Einrichtung für das jeweilige Kind geeignet ist.

Einen guten Fachbeitrag über Qualität von frühkindlicher Betreuung findet sich bei Prof. Dr. Margit Stamm von der Universität Fribourg http://www.margritstamm.ch/dokumente/dossiers/60-dossier-fruehkindliche-bildung-und-qualitaet-2012/file.html. Ein durchaus lesenswerter Beitrag für Eltern, die einen Platz für ihr Kind suchen.