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Impressum

Unterstützung in der Kindertagesstätte - Umgang bei erzieherischen Schwierigkeiten und Behinderung

Die Kindertagesstätte (Krippe, Kindergarten, Hort) ist zunächst eine Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe mit dem Ziel, "normale Kinder" zu fördern und zu unterstützen, ihnen einen kindgerechten Raum zu bieten und dafür zu sorgen, dass kindgerechte Bedingungen herrschen. In letzter Zeit kam noch die Aufgabe hinzu, Eltern die Berufstätigkeit zu ermöglichen und dennoch ein guter Ort für Kinder zu sein. Kinder sind inzwischen sehr viel länger in Kindertageseinrichtungen als dies früher der Fall war. Mitunter jedoch kommen besondere Schwierigkeiten auf die Kindertagesstätten hinzu, beispielsweise bei Behinderung eines Kindes oder bei Kindern, die den Gruppenrahmen sprengen. In beiden Fällen sollte eine Kita so unterstützt werden bzw. strukturiert sein, dass die Kinder in der Regeleinrichtung Kita bleiben können und nicht in eine Spezialeinrichtung verlegt werden müssen.

Der Postillion ist hier an verschiedenen Stellen aktiv:

1. Erzieherische Unterstützung und Teilnahme am Bundesmodellprojekt
Der Postillion e. V. hat bundesweit gemeinsam mit weiteren Partnern, die im Arbeitskreis Kita/HzE der internationalen Gesellschaft für erzieherische Hilfen (IGFH) verbunden sind, ein Modellprojekt ins Leben gerufen, in dem Konzepte entwickelt und erprobt werden, die dem Prinzip einer aushaltenden Jugendhilfen entsprechen. Das heißt, die Kinder sollen bei Problemen in der Kita bleiben können und die Kita erhält hierfür entsprechende Unterstützung. Die beteiligten Partner sind die Jugendämter der Stadt Erfurt, Frankfurt/Oder, Celle, Greven und des Rhein-Neckar-Kreises. In allen Fällen sind das jeweilige Jugendamt und ein freier Träger involviert. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Friedhelm Peters von der FH Dresden (vormals Erfurt) und von Prof. Dr. Diana Dühring von der FH Jena. Die wissenschaftliche Begleitforschung ist gerade bei der Auswertung der Bestandsanalyse, die im letzten Jahr durchgeführt wurde. Der Postillion e. V. hat sich für die nächsten zwei Jahre vorgenommen, in Schönau und Eppelheim modellartig Veränderungen und Unterstützungsleistungen für die Kitas vorzunehmen. Dies strahlt natürlich auch auf alle anderen Kitas ab. Link: http://postillion.org/erziehungshilfe/schwerpunkt_inte_regional.shtml

2. Unterstützung durch Teamleitungen Hilfen zur Erziehung Jede Kita hat bei Problemen mit einzelnen Kindern, die Möglichkeit eine Fachleitung Hilfen zur Erziehung anzusprechen. Hierfür haben wir die Teamleitungen regional den Einrichtungen zugeordnet. Dabei geht es um Beratung und Durchführung von Fallbesprechungen. Außerdem gehen die Teamleitungen präventiv zweimal jährlich in eine Fallberatung, auch wenn kein Problem in der Einrichtung vorhanden ist. Sie sind zudem zuständige Fachkraft bei Kindeswohlgefährdungen.

3. Video-Unterstützung bei Problemen im Gruppenalltag
Hier haben wir bereits seit drei Jahren eine Fachkraft beschäftigt, die in die Einrichtung kommt und in Anlehnung an Marte Meo eine Video-Interaktionsanalyse vornimmt. Das heißt, der Kita-Alltag wird punktuell gefilmt, das Filmmaterial wird anschließend durch eine Fachkraft analysiert und es werden gelungene Interaktionsmomente zwischen Kind und Erzieher ausgewählt. Gemeinsam werden dann diese Filmausschnitte betrachtet und reflektiert. Dadurch werden neue Blickwinkel des Konflikts und des Problems in die Teamdiskussion eingeworfen. Dieses niederschwellige Beratungsangebot kann mitunter bereits zu einer Beruhigung der Situation führen.

4. Kinder mit Behinderung
Der Rechtsanspruch auf einen Kinderkrippen- oder Kindergartenplatz gilt für alle Kinder unabhängig davon, ob sie behindert oder nicht-behindert sind. Wir müssen daher alle Kinder in unsere Kitas aufnehmen. Die Stellenschlüssel sind jedoch für eine Gruppe normaler Kinder ausgelegt. Mit der Aufnahme eines behinderten Kindes, das einen zusätzlichen Betreuungsbedarf benötigt, müssen wir dafür sorgen, dass die Einrichtung diesen Mehrbedarf abgedeckt bekommt. Ansonsten besteht das Problem, dass nicht-behinderte Kinder unter Umständen nicht die nötige Aufmerksamkeit erhalten.

Es besteht nach der derzeitigen Rechtslage über § 54 XII und § 56 IX die Möglichkeit auf zusätzliche Unterstützung. Diese Anträge müssen jedoch von den Eltern gestellt werden. Die Eltern müssen diese Hilfe bei uns beauftragen. Was wir nicht wollen, ist, dass die Eltern fremde Personen in unsere Einrichtungen setzen, zum Beispiel Integrationshelfer. Das Kindergartenteam muss dann mit diesen Integrationshelfern arbeiten, was nicht immer automatisch eine Entlastung darstellt, denn unter Umständen kann dies auch zu einer zusätzlichen Belastung führen.

Wir haben derzeit folgende Modelle in der Erprobung:

A) Kindergarten Sternschnuppe in Weinheim
Hier arbeiten zwei Träger unter einem Dach zusammen: der Schulkindergarten des Rhein-Neckar-Kreises mit 15 behinderten Kindern, die vormittags während der Schulzeit betreut werden. Es bestehen viele Fördermöglichkeiten für die behinderten Kinder, da ausreichend Räumlichkeiten und Material vorhanden sind bzw. das Personal sehr gut aufgestellt ist.
Wir sind mit einem Regelkindergarten nach dem Kindertagesstättengesetz ganztags mit 20 Schließtagen für 20 Kinder in dem gleichen Kindergarten mit einem eigenen Raum vertreten. Die Personalstellung ist in unterschiedlicher Trägerschaft. Allerdings kooperieren die Fachkräfte vor Ort. Mit diesem Modell ist gewährleistet, dass ein ausgewogenes Verhältnis von behinderten und nicht-behinderten Kindern vorhanden ist und dass gleichzeitig eine optimale Förderung der behinderten Kinder stattfindet. Für die Eltern der behinderten Kinder besteht jedoch der Nachteil, dass die Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familie nicht gewährleistet ist, da die behinderten Kinder nur an Schultagen vormittags betreut werden.

B) Waldkindergarten Hirschhorn
Der Waldkindergarten Hirschhorn hat in der Regel zwei bis drei behinderte Kinder untergebracht. Die maximale Belegung sind derzeit 12 Kinder. Durch die hessische Finanzierungsform ist dies gewährleistet. Wenngleich es so ist, sollten keine drei behinderten Kinder in der Einrichtung sein, die Einrichtung dann unterfinanziert ist. In der Anwesenheit sind zwei Erzieherinnen. Es bleibt zu beobachten, ob das Konzept mit weniger Kindern ein geeignetes inklusives Modell darstellt.

C) Integrationskräfte in Regel-Kitas
Hier haben wir bereits Erfolge durch unsere sozialpädagogische Diagnose erzielt, die sehr partizipativ angelegt ist und gleichzeitig beschreibt, wie viel zusätzlicher Bedarf in Prozent der Öffnungszeiten im Rahmen der § 54 XII und § 56 IX benötigt wird. Dadurch gelingt es, 20-39-Wochenstunden-Integrationskräfte in den Regelkindergarten zusätzlich aus Mitteln des Sozialamts zu bekommen.

Integration von behinderten Kinder in Horten
Der Bereich der Randzeitenbetreuung Ganztagesschule und des Horts ist bei der Inklusion noch völlig ausgeblendet, da hier keine Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Ansprechperson
Bereichsleitung Integration
Melanie Hillengaß (Diplom-Sozialpädagogin FH), E-Mail: melanie.hillengass@postillion.org, Mobil: (0176) 12013-744